Typische Fehler bei Pommes aus der Fritteuse
Die falsche Kartoffelsorte verwenden
Nicht jede Kartoffel eignet sich gleich gut für Pommes. Festkochende Sorten bleiben zwar stabil, enthalten aber oft zu wenig Stärke für eine besonders knusprige Oberfläche. Besser sind mehligkochende oder vorwiegend festkochende Kartoffeln. Sie entwickeln außen eine krosse Kruste und bleiben innen weich. Schneide die Kartoffeln möglichst gleichmäßig in etwa ein Zentimeter dicke Stifte. So garen alle Stücke ähnlich schnell.
Die Kartoffelstifte sind noch feucht
Wasser auf der Oberfläche verhindert, dass die Pommes knusprig werden. Außerdem kann feuchtes Frittiergut stark spritzen. Spüle die geschnittenen Kartoffeln zunächst in kaltem Wasser ab. Dadurch entfernst du überschüssige Stärke. Trockne sie danach gründlich mit einem sauberen Küchentuch oder mehreren Lagen Küchenpapier. Die Stifte sollten sich vor dem Frittieren trocken anfühlen.
Der Frittierkorb ist zu voll
Ein überfüllter Korb ist einer der häufigsten Gründe für weiche Pommes. Die Kartoffeln geben Feuchtigkeit ab und liegen zu dicht aneinander. Dadurch kann die heiße Luft beziehungsweise das Öl nicht alle Seiten gleichmäßig erreichen. Fülle den Korb höchstens bis zur Hälfte. Bereite bei Bedarf mehrere kleinere Portionen zu. Das dauert etwas länger, führt aber zu einem deutlich gleichmäßigeren Ergebnis.
Die Temperatur ist zu niedrig oder zu hoch
Bei zu niedriger Temperatur saugen sich die Pommes mit Öl voll und werden weich. Bei zu hoher Hitze bräunen sie außen zu schnell, während sie innen noch nicht gar sind. Für klassische Pommes empfiehlt sich ein zweistufiges Frittieren. Gare die Kartoffelstifte zuerst bei etwa 140 bis 150 Grad Celsius vor. Nach einer kurzen Ruhezeit frittierst du sie bei etwa 170 bis 180 Grad Celsius knusprig. Kontrolliere die Temperatur mit dem Thermostat deiner Fritteuse und verlasse dich nicht nur auf die Anzeige, wenn sie ungenau wirkt.
Ungeeignetes Öl benutzen
Öle mit niedrigem Rauchpunkt können bei hohen Temperaturen schnell unangenehm riechen oder rauchen. Verwende ein hitzestabiles, geschmacksneutrales Öl. Geeignet sind zum Beispiel raffiniertes Rapsöl, Sonnenblumenöl oder Erdnussöl. Achte außerdem darauf, dass das Öl sauber ist. Alte Krümel verbrennen und übertragen einen bitteren Geschmack auf die Pommes. Filtere das abgekühlte Öl nach der Verwendung und entsorge es, wenn es dunkel, trüb oder stark riechend geworden ist.
Experten-Tipp für besonders knusprige Pommes
Doppelfrittieren mit Ruhezeit
Der wichtigste Trick für Imbiss-Pommes ist das Frittieren in zwei Durchgängen. Schneide die Kartoffeln in gleichmäßige Stifte und spüle sie in kaltem Wasser ab. Noch knuspriger werden sie, wenn du sie 30 Minuten in Wasser einweichst. Dabei löst sich überschüssige Stärke von der Oberfläche. Trockne die Stifte anschließend sehr gründlich.
Erhitze die Fritteuse auf 140 bis 150 Grad Celsius. Frittiere eine kleine Portion etwa fünf bis sieben Minuten. Die Kartoffeln sollen weich werden, aber kaum Farbe annehmen. Nimm sie heraus und lasse sie mindestens zehn Minuten auf einem Gitter ruhen. In dieser Zeit verteilt sich die Wärme. Außerdem kann Feuchtigkeit aus dem Inneren entweichen.
Erhöhe die Temperatur danach auf 175 bis 180 Grad Celsius. Frittiere die Pommes ein zweites Mal, bis sie goldbraun und kross sind. Ein Gitter ist besser geeignet als Küchenpapier, weil die Unterseite sonst durch den Dampf wieder weich werden kann. Verwende ein hitzestabiles, neutrales Öl und frittiere immer kleine Portionen. So fällt die Temperatur im Öl weniger stark ab.
Zutaten für Pommes frites aus der Fritteuse
Diese Zutaten reichen für etwa 2 bis 3 Portionen knusprige Pommes.
- 1 kg mehligkochende oder vorwiegend festkochende Kartoffeln für eine krosse Oberfläche und ein weiches Inneres
- 1,5 l raffiniertes Rapsöl zum Frittieren. Alternativ eignen sich Sonnenblumenöl oder Erdnussöl. Die benötigte Menge hängt von deiner Fritteuse ab.
- 1 l kaltes Wasser zum Einweichen der Kartoffelstifte. Das entfernt überschüssige Stärke.
- 1 bis 2 TL feines Salz zum Würzen nach dem Frittieren. Für mehr Struktur kannst du grobes Meersalz verwenden.
- 1 EL heller Essig für das Einweichwasser. Er hilft, die Kartoffelstifte stabil zu halten und ist optional.
Das Rezept ist von Natur aus vegan. Für eine fettärmere Variante kannst du die Pommes im Heißluftmodus zubereiten.
Pommes frites in der Fritteuse zubereiten
- Kartoffeln schälen und gleichmäßig schneiden. Schäle etwa 1 kg mehligkochende oder vorwiegend festkochende Kartoffeln. Schneide sie in Stifte mit ungefähr einem Zentimeter Kantenlänge. Gleichmäßige Stücke garen später zur selben Zeit und verbrennen nicht so schnell.
- Kartoffelstifte gründlich wässern. Gib die Stifte in eine Schüssel mit kaltem Wasser und lasse sie mindestens 30 Minuten einweichen. Dadurch löst sich überschüssige Stärke. Ein Esslöffel heller Essig im Wasser hilft zusätzlich, die Stifte stabil zu halten. Spüle die Kartoffeln danach noch einmal ab.
- Kartoffeln vollständig trocknen. Verteile die Stifte auf einem sauberen Küchentuch und tupfe sie sorgfältig trocken. Auch die Zwischenräume sollten möglichst frei von Wasser sein. Feuchte Kartoffeln können im heißen Öl stark spritzen. Arbeite deshalb erst weiter, wenn sich die Oberfläche trocken anfühlt.
- Fritteuse mit hitzestabilem Öl füllen. Verwende raffiniertes Rapsöl, Sonnenblumenöl oder Erdnussöl. Halte die Füllmenge der Markierung deiner Fritteuse ein. Stelle das Gerät auf 145 bis 150 Grad Celsius und lasse das Öl vollständig aufheizen.
- Eine kleine Testportion vorfrittieren. Gib zunächst nur wenige Kartoffelstifte in den Korb. Sie sollten leise bis mäßig sprudeln. Fällt die Temperatur deutlich ab oder spritzt das Öl stark, sind die Kartoffeln noch zu feucht oder das Öl noch nicht heiß genug. Frittiere die erste Portion etwa fünf bis sieben Minuten, ohne sie zu bräunen.
- Alle Kartoffelstifte portionsweise vorgaren. Fülle den Korb höchstens bis zur Hälfte. Ein zu voller Korb kühlt das Öl ab und verhindert knusprige Pommes. Hebe den Korb nach dem Vorgaren heraus und lasse die Kartoffeln zehn bis 15 Minuten auf einem Gitter ruhen. So kann überschüssige Feuchtigkeit entweichen.
- Öl auf 175 bis 180 Grad Celsius erhitzen. Warte, bis die Zieltemperatur erreicht ist. Berühre das Öl niemals und gib kein Wasser in die Fritteuse. Falls das Öl raucht, schalte das Gerät aus und lasse es abkühlen. Rauch weist auf eine zu hohe Temperatur hin.
- Pommes im zweiten Durchgang knusprig frittieren. Frittiere die vorgegarten Kartoffeln erneut portionsweise. Je nach Dicke benötigen sie etwa drei bis fünf Minuten. Beende den Vorgang, sobald sie goldgelb und kross sind. Bleibe während des Frittierens in der Nähe und beachte die Sicherheitshinweise des Geräts.
- Pommes abtropfen lassen und sofort würzen. Hebe den Korb vorsichtig heraus und lasse das Öl gut ablaufen. Verteile die Pommes kurz auf einem Gitter oder auf saugfähigem Küchenpapier. Würze sie noch heiß mit feinem Salz oder grobem Meersalz. Serviere sie direkt, denn frisch sind sie am knusprigsten.
Leckere Variationen für Pommes frites
Würzige Paprika-Pommes
Vermische die fertig frittierten Pommes mit edelsüßem Paprikapulver, etwas Knoblauchpulver und einer kleinen Prise Cayennepfeffer. Würze erst nach dem zweiten Frittieren, damit die Gewürze im heißen Öl nicht verbrennen. Für eine rauchige Note passt geräuchertes Paprikapulver. Salz kommt ebenfalls erst kurz vor dem Servieren dazu.
Süßkartoffel-Pommes
Schäle etwa 1 kg Süßkartoffeln und schneide sie in gleichmäßige Stifte. Weiche sie 30 Minuten in kaltem Wasser ein und trockne sie sehr gründlich. Süßkartoffeln enthalten mehr Feuchtigkeit und werden deshalb oft weniger kross. Wende sie vor dem Frittieren in einem Esslöffel Speisestärke. Frittiere sie bei etwa 160 bis 170 Grad Celsius und kontrolliere die Farbe regelmäßig.
Kräuter-Parmesan-Pommes
Bereite die Kartoffelstifte wie im Grundrezept zu. Vermische die heißen Pommes anschließend mit fein geriebenem Parmesan, gehackter Petersilie und etwas schwarzem Pfeffer. Getrocknete Kräuter wie Oregano oder Thymian kannst du bereits nach dem ersten Durchgang sparsam verwenden. So verbrennen sie nicht und geben trotzdem Aroma ab.
Fettärmere Airfryer-Variante
Mische die trockenen Kartoffelstifte mit ein bis zwei Teelöffeln Öl und gare sie bei 190 Grad Celsius etwa 20 bis 25 Minuten. Schüttle den Korb mehrmals durch. Die Pommes werden leichter, aber meist etwas weniger knusprig als in der Fritteuse.
Nährwerte pro Portion
Die folgenden Werte sind Richtwerte für eine Portion bei insgesamt drei Portionen. Sie beziehen sich auf frittierte Pommes mit etwa 1 kg Kartoffeln und berücksichtigen rund 35 g aufgenommenes Öl. Die tatsächlichen Werte hängen von Kartoffelmenge, Frittierdauer und Ölabsorption ab.
| Nährwert | Pro Portion |
|---|---|
| Kalorien | ca. 390 kcal |
| Fett | ca. 18 g |
| davon gesättigte Fettsäuren | ca. 2 g |
| Kohlenhydrate | ca. 52 g |
| davon Zucker | ca. 2 g |
| Eiweiß | ca. 6 g |
| Ballaststoffe | ca. 6 g |
| Salz | ca. 1,2 g |
Pommes sind durch die Kombination aus Stärke und Frittieröl kaloriendicht. Als Beilage passen sie gelegentlich in eine ausgewogene Ernährung. Für weniger Kalorien kannst du kleinere Portionen servieren, sparsamer salzen oder die Pommes im Airfryer mit wenig Öl zubereiten.
Die Geschichte der Pommes frites
Belgien oder Frankreich?
Wo Pommes frites genau entstanden sind, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Frankreich gab den Kartoffelstäbchen ihren Namen. In Paris wurden frittierte Kartoffeln vermutlich bereits im 1Jahrhundert als Straßenimbiss verkauft. Belgien betrachtet Pommes frites dagegen als Teil seiner eigenen Esskultur. Dort erzählt man häufig, dass Bewohner entlang der Maas ursprünglich kleine Fische frittierten. Als der Fluss zufror, sollen sie stattdessen Kartoffeln in Fischform geschnitten und ausgebacken haben. Belegt ist diese Geschichte nicht in allen Einzelheiten. Sicher ist aber, dass Pommes in Belgien früh eine wichtige Rolle in der Imbisskultur spielten.
Von der Frittierbude zum deutschen Imbiss
Im 20. Jahrhundert verbreiteten sich Pommes frites international. In Deutschland wurden sie vor allem an Imbissbuden, Kiosken und in Freibädern beliebt. Serviert wurden sie meist mit Ketchup, Mayonnaise oder einer würzigen Soße. Die typische Haushaltsfritteuse brachte die Zubereitung später in die private Küche.
Was Hobbyköche vom Imbiss übernehmen können
Die Imbisspraxis prägt auch das heutige Rezept. Besonders wichtig ist das zweimalige Frittieren. Beim ersten Durchgang garen die Kartoffeln bei niedriger Temperatur. Beim zweiten Durchgang entsteht bei höherer Hitze die knusprige Kruste. Kleine Portionen verhindern, dass das Öl zu stark abkühlt. Das gründliche Trocknen der Kartoffeln, eine kurze Ruhezeit zwischen den Durchgängen und hitzestabiles Öl helfen dir dabei, zuhause Pommes frites aus der Fritteuse mit typischem Imbisscharakter zuzubereiten.

